Artikel 5
Linie oder Kreis – und warum das nicht egal ist
Ich stelle mehrere Trommeln auf.
Man kann sie einfach hinstellen.
Irgendwie im Raum verteilt.
Oder man macht etwas anderes.
Eine Linie.
Hintereinander.
Wie ein Weg.
Oder einen Kreis.
Alle gleich weit voneinander entfernt.
Auf den ersten Blick ist das nur Organisation.
Auf den zweiten Blick verändert es alles.
In der Linie entsteht Bewegung.
Ein Anfang. Ein Ende.
Etwas, das durchlaufen werden kann.
Im Kreis entsteht etwas anderes.
Kein vorne, kein hinten.
Mehr Miteinander.
Oder manchmal auch: mehr Druck.
Jugendliche reagieren darauf, ohne dass man es erklären muss.
Sie gehen anders hinein.
Sie spielen anders.
Sie erleben sich anders.
Und oft zeigt sich darin etwas,
das vorher nicht greifbar war.
Nicht, weil wir es benennen.
Sondern weil der Raum es vorgibt.
🎯 Zum Ausprobieren
Baue bewusst zwei Varianten:
👉 einmal eine Linie
👉 einmal einen Kreis
Und beobachte:
👉 Wo entsteht mehr Bewegung?
👉 Wo mehr Kontakt – oder Rückzug?
Neugierig geworden?
In meinem Buch "Die Kraft der Musik in der Jugendlichenpsychotherapie" werden die 8 Spielgrundformen beschrieben, mit denen man eigene Spielideen und symbolische Interventionen selbst erfinden kann.
